traumasensibler yoga

Gerade in körperorientierten Stilen wie Ashtanga Yoga legen Lehrende sehr viel Wert auf die korrekte anatomische Ausrichtung. Im herkömmlichen Ashtanga Yoga unterstützen Yoga-Lehrer*innen – und so auch ich – die Übenden immer wieder durch körperliche Berührung, um zu verdeutlichen, welche anatomische Ausrichtung angestrebt wird. Unterrichte ich Atemtechniken folgen sie recht starren Regeln zum Verhältnis zwischen Ein- und Ausatmung, bzw. Atemverhaltung. Endentspannung und Meditation leite ich häufig als stilles Sitzen bzw. Liegen mit geschlossenen Augen an, eventuell in einem abgedunkelten Raum.

Für Menschen mit Traumaerfahrung kann eine herkömmliche Yoga-Stunde so voller Auslöser an Erinnerungen an traumatische Erfahrungen stecken. Das kann schnell die gesundheitsfördernde Wirkung von Yoga zunichte machen. Dabei kann der Zugang zum eigenen Körper und die Entwicklung von Achtsamkeit gerade auch für Menschen mit Traumaerfahrung eine wertvolle Ressource in der Bewältigung der Traumata sein.

Traumasensibler Yoga folgt daher einigen Prinzipien, die sich von meinem herkömmlichen Unterricht unterscheiden, z.B.

  • die Einladung zu verschiedenen Wahlmöglichkeiten in einem Asana und einfach auszuprobieren, was gut tut. Die korrekte anatomische Ausrichtung spielt nur eine Rolle, um verletzungsfrei üben zu können
  • die Wahlfreiheit, Asanas weiter fortzuführen oder auch zu beenden, wenn sie angenehm bzw. unangenehm empfunden werden
  • die Erfahrung des eigenen Atemfluss ohne „Regeln“
  • körperliche Berührung durch mich  als Lehrerin nur mit ausdrücklicher Erlaubnis

Ziele in der Praxis von traumasensiblen Yoga können sein:

  • den Körper wieder wahrzunehmen
  • Achtsamkeit für sich selbst zu entwickeln und damit wahrzunehmen, wenn Stimmungen und Gefühle sich verändern
  • durch „erdende“ Körper- und Atemübungen zu lernen, Panik und Angst zu mindern
  • durch energetisierende Körperübungen zu lernen, Dissoziation einzuschränken bzw. zu beenden.

Ich biete traumasensiblen Yoga an,

  • nach vorheriger Absprache in der Einzelarbeit
  • oder wenn ich von einer zweiten Fachkraft, die Erfahrung in der Traumaarbeit hat, unterstützt werde
  • oder ein geschützter Rahmen für die Übenden vorhanden ist, z.B. im klinischen Kontext